Bruno Helbling

Veröffentlicht am 09. Oktober 2010 von Paul Merki



Bruno Helbling ist ein stiller und leiser Fotograf, welcher sich auf Architektur- und Lifestyle-Fotografie spezialisiert hat und wunderschöne Bilder macht.
Er fotografierte für nahmhafte Kunden wie Boffi, IWC, Credit Suisse, UBS, Unique Airport, Globus, Migros, NZZ Domizil, Pfister und viele weitere. Zudem hatte er redaktionelle Beiträge in Zeitschriften wie AD Architecural Digest, Casa Amica, Design Week, Elle Decoration, HOchparterre, Metropolitan Home, Modern Living, NZZ Folio, Vogue Living, Wallpaper uvm.
In seinem persönlichen Projekt Lichtland fotografierte er zwischen 2001 und 2008 grosse Metropolen während der blauen Stunde. Er fing jene magische Stimmung ein, in welcher die Standt in letztes Tageslicht getaucht ist und die Architektur selbst zu leuchten beginnt. Diese Arbeit erstellte er noch komplett analog mit 4/5″ Kamera und auf Film. Beim Shooting in London wurde er benahe verhaftet, das seine Grossformatkamera mit Stativ in der Nähe des Bankenviertels einem Polizisten ziemlich supekt vorkamen. Nachdem dieser beim Aufnehmen der Personalien bemerkte, dass Bruno Helbling Schweizer war, diskutierte er nur noch über Roger Federer und das bevorstehende Wimbledon Turnier.

Die Herausforderung ist, die Stadt auf eine Aufnahme zu reduzieren.

Ein Tagebuchauszug beschreibt den Shooting-Tag in Hamburg:

“Ausgerechnet heute regnet es. Es ist mein letzter Tag in Hamburg, und ich muss unbedingt noch meine Aufnahme machen, denn auch gestern und am Tag zuvor war es nass. Mit Schirm und Stativ habe ich ein Dach improvisiert, damit Kamera und Filmmaterial nicht feucht werden. Irgendwie passt dieses düstere, nasse Blau-Grau zu dem Ort, den ich in Hamburg gefunden habe. Der Standort beinhaltet alles, was die Stadt für mich ausmacht. Er gibt deren Charakter gut wieder und hat ausserdem die nötige Weite. Bei diesen dichten Wolken wird es sicher eine Stunde früher dunkel, und so ist meine

Zeit ziemlich knapp. Das Neonlicht der Strassenbeleuchtung beginnt im nassen Asphalt bereits zu glänzen, und die Scheinwerfer der Autos beleben die Strassenszene mit giftigem, reflektierendem Hell. Menschen gehen zügig an mir vorbei. Kurz drehen sie jeweils den Kopf und werfen einen Blick – halb Neugierde, halb Staunen – auf das “Gebilde” mit Schirm, Stativ und Grossformatkamera.
Durch den Sucher sieht die Stadtsituation noch spektakulärer aus als von blossem Auge. Ich korrigiere die Einstellungen an der Objektivstandarte, um den Schärfenverlauf zu ändern, und kontrolliere auf der Mattscheibe alles mit der Lupe. Irgendwie kriege ich die Schärfenebene nicht so hin, wie ich möchte, und so versuche ich es weiter, obwohl das Licht langsam verschwindet und es Zeit wird mit den Aufnahmen zu beginnen.
Über die Alsterbrücke hinter mir kommt eine blinde Frau, warm verpackt in Mantel und dazu passender Mütze. Langsam und regelmässig schwingt sie ihren Stock. Mit faszinierender Sicherheit folgt sie dem Weg über die Brücke, offensichtlich geleitet von der Blindenspur, die auf dem Boden angebracht ist  und geradewegs auf mich und meine Kamera zuführt. Ich stehe in ihrem direkten Weg zum Metroeingang. “Mist”, denke ich, „ausgerechnet!“. Die Frau kommt unbeirrten Schrittes auf mich zu und scheint sich den Weg mit ihrem schwingenden Stock freizumachen. Ich gehe ihr entgegen und versuche, sie so vorsichtig wie möglich anzusprechen, um sie nicht zu erschrecken.  “Entschuldigen Sie, ich habe dummerweise genau auf der Blindenspur
meine Kamera aufgebaut.“ – “Ja, kein Problem,“, antwortet sie, „ich nehme die Treppe zur Metro. Fotografieren Sie die Alster?“ – “Ja genau, ich fotografiere die Sicht über die Alster zum Spiegel-Hochhaus.“ – „Oh, das ist eine sehr schöne Perspektive! Dann viel Spass dabei,” sagt die Frau und geht zielstrebig auf die Metrotreppe zu. Es beginnt nun richtig zu regnen. Im Schutze des Schirms fotografiere ich weiter, obwohl die Strassenbeleuchtung erst sehr spät angeht und es eigentlich fast schon zu dunkel ist, kann ich die Aufnahme machen.”

Lebenslauf:
1971: Geboren in Männedorf / ZH
Bis 1987 Schulen in Männedorf / ZH
Bis 1989 Militär und Weiterbildungen
Seit 1990 Lebt in Zürich und beginnt intensiv zu fotografieren
Bis 1995 Ausbildung zum Fotograf / Berufsschule für Fotografie Zürich
Bis 1996 Assistenzarbeiten für verschiedene Fotografen in Zürich
Bis 1997 Fotografie-Praktikum in Sidney Australien, Grafik-Praktikum in Capetown Südafrika
Seit 1998 Selbständig als Fotograf im Bereich Architektur und Design
Seit 1995 Diverse freie Fotoarbeiten im Bereich Architektur, Stadt- und Stadtenwicklung, sowie verschiedene andere Themen.
Arbeiten für Redaktionen und Werbeagenturen in der Schweiz und weltweit

Privates:
Liebt Sport und Bewegung… spielt Fussball und ist gerne auf dem Rad unterwegs oder in den Badehosen
Liest gerne Romane und studiert Kunst- und Architekturbücher
Geht gerne in Ausstellungen und spaziert im Wald oder in der Stadt
Liebt es zu reisen und erkundet gerne Städte und fremde Kulturen
Kocht gerne oder geht mit Freunden auswärts essen

Gear:
Kameras: Hasselblad H3D 39MP, Arca Swiss F 4/5 inch, Mamiya RZ67, div. Nikon Body’s und Objektive
Licht: Hensel – div. Blitzlichtgeneratoren und Spots
Software: Hasselblad Phocus und Photoshop als Hauptwerkzeuge

Bruno Helblings Website…

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