Air-to-air Fotografie: Fitness und Sicherheit an erster Stelle
Veröffentlicht am 13. Juli 2011 von Werner Rolli

Flugfotograf Katsuhiko Tokunaga und Patrouille Suisse Kommandant Daniel Hösli.
Auf Einladung des Nikon Professional Service und Light + Byte AG gab Katsuhiko Tokunaga Einblick in das Leben eines Air-to-air Fotografen. Der japanische Profi hat sich in den vergangenen dreissig Jahren auf die Flugfotografie spezialisiert. Er fotografiert so ziemlich alles was Flügel hat: vom Grossraum-Airliner bis zu Kampfjets. Dabei sei er da einfach hineingerutscht, erklärt er im Gespräch. In der siebziger Jahre habe er vor allem in den USA an – damals öffentlichen – Militärübungen fotografiert. Seine Aufnahmen waren so gut, dass Tokunaga heute von Luftwaffenkommandanten aus aller Welt angefragt wird, wenn es darum geht, eine Flugstaffel ins rechte Licht zu rücken. Was gar nicht so einfach ist: Der Mann musste alle medizinischen Tests überstehen, ein Wassersurvival-Training absolvieren und ein Trainingsprogramm – inklusive Centrifuge mit bis zu 9G – über sich ergehen lassen. Soeben ist das Buch Patrouille Suisse Backstage erschienen, zu dem Tokunaga alle Luft-zu-Luft Bilder beigesteuert hat. Auch Daniel Hösli, Kommandant der Partouille Suisse vertraut auf den erfahrenen Fotografen und lobt dessen Künste: Tokunaga ist immer perfekt vorbereitet und seine Bilder sind sehr dynamisch.
Das wichtigste ist – neben der physischen und psychischen Fitness die Vorbereitung am Boden. Alle Mitglieder der Staffel müssen wissen, was der Fotograf von ihnen erwartet. Und für den Fotografen geht die Sicherheit über alles. Im Cockpit ist kein Platz für eine umfangreiche Ausrüstung – und in der Luft keine Zeit für Experimente. Ein Body (eine D3x), ein 1:2,8/24-70mm Zoom, ein 16mm Fisheye, ein 14-24 Weitwinkelzoom und ein 85mm Teleobjektiv sind meistens dabei. Im Notfall muss sich ein Fotograf auf das absolute Minimum beschränken. Für manche Aufnahmen werden ferngesteuerte Kameras im Flugzeug montiert, für spezielle Aufgaben benutzt Tokunaga eine B25 oder einen Bronco. Bei letzterem lässt sich die Beobachtungskuppel am Heck öffnen – perfekt um Frontalansichten von Flugzeugen zu fotografieren.
Tokunaga ging auch auf die Unterschiede zwischen analoger und digitaler Fotografie ein. Ein Filmwechsel in der Luft sei nicht nur umständlich und zeitraubend gewesen, erklärt er, sondern auch gefährlich. Herumfliegende Filmdosen sind im Cockpit nicht erwünscht. Ein Problem habe die digitale Fotografie aber mit sich gebracht, nämlich elektro-
magnetischen Interferenzen (nicht von ungefähr müssen wir als Passagiere unsere Laptops, Mobiltelefone und andere elektronische Geräte bei Start und Landung oder gar während des ganzen Fluges ausschalten). Deshalb prüfen Luftwaffen und Airlines genau, mit welchen Kameras während dem Flug fotografiert werden darf.
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