Museum Allerheiligen zeigt Werke von Simone Kappeler
Veröffentlicht am 23. August 2011 von Werner Rolli

Kapelle von Betlis mit Mürtschen, 11.4.2007. Analoge Farbfotografie auf Ilfochrome-Papier, 35 x 52 cm; © Simone Kappeler
Das Museum Allerheiligen in Schaffhausen widmet der Fotokünstlerin Simone Kappeler eine grosse Retrospektive. Simone Kappeler wurde 1952 in Frauenfeld geboren. Sie untersucht mit ihrer Kamera die atmosphärische Befindlichkeiten von Personen und Landschaften, die sie auf kleineren oder grösseren Reisen antrifft. Für viele zählt sie zu den wichtigsten Schweizer Fotokünstlerinnen ihrer Generation. Meistens arbeitet Kappeler mit dem Medium Film, transferiert ihre Dias im Cibachrome-Verfahren auf Fotopapier.
Dabei sind weder spektakuläre Orte noch dramatische Szenen auf ihren Bildern zu sehen, sondern die scheinbare Beiläufigkeit des Landschaftlichen, träumend abwesende Augenblicke, Lichtstimmungen oder unbewusste Gesten von Menschen unterwegs. Das sind die Themen, welche die Aufmerksamkeit der Künstlerin anziehen. Durch subtile Abstraktionen löst Simone Kappeler die Motive aus ihrer profanen Gegenwart und verleiht ihnen eine magische Überzeitlichkeit.
Die Ausstellung im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen zeigt erstmals einen konzentrierten Überblick über die wichtigsten Werkphasen der Künstlerin. Dabei zeigt sich ein erstaunlich breites thematisches wie technisches Spektrum. Landschaften sind ebenso vertreten wie Personen oder Tiere, schnappschussartige Momentaufnahmen aus dem Alltag genauso wie Bilder, in denen die Zeit still zu stehen scheint.
Der Bogen spannt sich von schwarzweissen Fotografien mit einer ausgeprägten Nähe zum Dokumentarischen, bis hin zu farbigen Arbeiten, die sich wie Aquarelle in Licht und Unschärfe atmosphärisch auflösen. Unter den neuesten Werken fällt vor allem eine Gruppe grossformatiger Pfauen auf, die vor einer theatralischen, bühnenartigen Kulisse in ein mystisches, nächtliches Licht getaucht sind. Wie unwirkliche Elfen erscheinen sie als stumme Abgesandte einer anderen, rätselhaften Wirklichkeit.
In der facettenreichen Vielfalt der fotografischen Arbeit von Simone Kappeler lässt sich ein faszinierender, geradezu
traumwandlerisch mäandernder Bilderkosmos entdecken. Gelegentlich streifen melancholische Anflüge die Fotografien und rücken die Frage nach der verrinnenden Zeit und der Endlichkeit unserer Existenz ins Bewusstsein.
Die Ausstellung eröffnet am 11. September und dauert bis am 20. November.
Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Publikation (dt., engl.) mit Texten von Friederike Mayröcker, Marc Munter, Markus Stegmann und Bernd-Alexander Stiegler. Verlag Hatje Cantz, Ostfildern, Hardcover, 172 Seiten, 108 Abbildungen, CHF 48.00 in der Ausstellung.
Simone Kappeler – Seile. Fluss. Nacht.
Fotografien 1964 – 2011
11. September bis 20. November 2011
Museum zu Allerheiligen
Baumgartenstrasse 6
CH – 8200 Schaffhausen
0041 (0)52 633 07 77
Öffnungszeiten:
Di bis So 11 – 17 Uhr
Montag geschlossen
Ähnliche Beiträge:
- Elysée-Fotopreis: Lacoste mischt sich in Jurierung ein und sorgt für Wirbel (27. Dezember 2011)
- Manor Kunstpreis 2011: Marianne Engel stellt in Aarau aus (25. Juli 2011)
- Hochzeitsfotografie? Imagingswiss organisiert Seminar mit René Kappeler (22. Februar 2012)
- Heute: Welttag des audiovisuellen Erbes (27. Oktober 2010)
- Duane Hanson und Gregory Crewdson treten in einen Dialog (25. Oktober 2010)
Tags | Ausstellung, Fotografie, Frauenfeld, Museum, Museum Allerheiligen, Schaffhausen, Simone Kappeler






